Gemeindezentrum Haiming

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Gemeindezentrum Haiming

Ein Gemeindezentrum – Zwei Baukörper – viele Nutzer

Das Projekt von Gritsch-Haslwanter überzeugte beim Architekturwettbewerb und ging unter neun eingereichten Projekten als Sieger hervor.

Um den unterschiedlichen Ansprüchen der verschiedenen Nutzer gerecht zu werden, wurde der Neubau mit zwei Baukörpern umgesetzt. Ein Gebäude dient der Gemeindeverwaltung, das zweite ist als Dienstleitungszentrum konzipiert und beherbergt Arzt, Bank, Physiotherapeut, Vereinslokale etc. Zudem wurde das Gebäude im Westen durch einen relativ geringfügigen baulichen Eingriff an die bestehende Substanz des „Oberlandsaales“ angeschlossen.

Der Gemeindevorplatz – Veranstaltungsort und Treffpunkt
Besondere Aufmerksamkeit galt dem Gemeindevorplatz. Dieser sollte wie bisher für unterschiedliche Veranstaltungen (z. B. Konzerte, Feste, Märkte) genutzt werden können. Die beiden Gebäude wurden deshalb so geformt und positioniert, dass der Platz davor bzw. dazwischen ein Maximum an räumlicher Qualität und Geborgenheit bietet und zugleich durchlässig bleibt. Der relativ groß dimensionierte Dorfplatz wurde zum Teil überdacht und entspricht damit nicht nur den Wünschen der Nutzer (z. B. Markttage, Musikkapelle), sondern erweitert auch die Nutzungsmöglichkeiten der Gemeinde.

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Zwischen Gewerbebauten, Wohn- und Bauernhäusern
Das Gemeindezentrum Haiming liegt zwischen freiem Bauland, voluminösen Gewerbebauten, privaten Wohnhäusern, alten Bauernhäusern und dem nahen Pflegeheim. Zusammen geben diese ein sehr heterogenes Bild des Dorfkerns wieder. In diesem Spannungsfeld von Alt-Neu entwarfen wir ein Projekt, das als Knotenpunkt die Möglichkeit bietet, diese dörflichen Strukturen zu verbinden und über die Erhaltung des bestehenden Ortsbildes hinausgeht.

Chance auf ein neues Dorfzentrum
Durch die räumliche Entfernung von Gemeinde, Kirche und Schule gibt es in Haiming keinen typischen, historisch gewachsenen Dorfplatz. Außerdem hat auch Haiming mit den bekannten strukturellen Problemen vieler Gemeinden zu kämpfen, wie leerstehende Gebäude und unbebaute Grundstücke im Dorfkern, die Tendenz zur Errichtung neuer Siedlungsgebiete am Ortsrand sowie der Verlust der bäuerlichen Baukultur. Die Folgen daraus: geringe Attraktivität, Abwanderung und fehlende Identifizierung der Bewohner mit dem eigenen Dorf. Das neue Gemeindezentrum mit dem großen Vorplatz bietet die Chance, ein neues Dorfzentrum, Treffpunkt und Veranstaltungsort zu werden.

Volumen: 9.000 m³
Fertigstellung: Ende 2016
Siegerprojekt beim Architektur-Wettbewerb

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Auszug aus dem Jury-Protokoll:
Städtebaulich formt der Entwurf zusammen mit dem Oberlandsaal einen klar definierten Ortsraum als Dorfplatz, der zum Teil überdacht konzipiert ist. Durch die Trennung von Gemeindehaus und Dienstleistungszentrum in 2 Baukörper fügt sich die Bebauung hinsichtlich ihrer Körnung überzeugend in die gewachsene Struktur ein. Das Gemeindehaus liegt in der Südostecke des Planungsareals und erhält durch die Lage und die auch durch die Dreigeschossigkeit die notwendige Signifikanz im Ortsraum.

Gut gelöst sind durch die Aufteilung in 2 Baukörper auch die Zugänge zu den einzelnen Funktionsbereichen. Die Höhendifferenz zwischen Straße und Erdgeschosszone wird geschickt für die Ausformung des Dorfplatzes genutzt. Das Gemeindehaus ist gut organisiert, die Lage des Sitzungs- und Trauungssaales im dritten OG bietet besondere räumliche Qualitäten und macht diesen Bereich auch für andere Nutzungen attraktiv. Das Dienstleistungsgebäude ist ebenfalls gut organisiert, mit attraktiven Grundrissen. Insgesamt ein stimmiges Projekt, das der Gemeinde viele Vorteile bietet.

Projektübersicht