Kirchenwirt Wohnungen, Innsbruck

Wohnbau,

Kirchenwirt Innsbruck

IN ZUSAMMENARBEIT MIT RÖCK ARCHITEKTEN

Wohnbau Stadt

Hohe Anforderungen im sensiblen Städtebau
Der Kirchenwirt ist ein 4-geschoßiger Neubau auf einem rund 1.000 m² großen Areal gegenüber der Mariahilf-Kirche am linken Innufer in Innsbruck. Dieser sensible Bereich ist eine Schutzzone nach dem Tiroler Stadt- und Ortsbildschutzgesetz, wofür besondere Vorschriften gelten. Mit einem kompakten Baukörper gelang es und, diese komplexen Anforderungen in Einklang mit den hohen Ansprüchen der künftigen Nutzer zu bringen.

Positionierung und Dimension
Der Kirchenwirt wurde so am Grundstück positioniert, dass dadurch mehrere Funktionen erfüllt werden. Zum einen wurde damit die angrenzende Mariahilf-Straße aufgeweitet und ein größerer Platz geschaffen. Zum anderen entstand in Richtung Inn ein offener Freiraum, der für einen Spielplatz genutzt wird. Außerdem wurde die Bauhöhe so gewählt, dass die Kuppel der Mariahilf-Kirche auch vom gegenüberliegenden Innufer noch sichtbar ist. Zusammen ergibt sich eine schlüssige Ensemblewirkung.

Zwischen historischen Bauwerken und Hochhäusern
Der Kirchenwirt schafft eine harmonische Verbindung zwischen den hohen Wohnhäusern von Mariahilf einerseits und den historischen Bauwerken von Anpruggen andererseits. Durch die Positionierung und Knicke in der Fassade gelingt es, einen Bezug zur historischen Bebauung herzustellen. Auch die Materialien orientieren sich an typischen Elementen der Altstadt, bieten aber auch moderne Elemente, wie z. B. bündig gesetzte Fensterprofile.

Fassade mit „Knick“
Der Baukörper ist in der Nord- und Südfassade geknickt, womit wir mehrere Ziele verwirklichen können. Einerseits kann dadurch ein Bezug zur historischen Bebauung hergestellt werden, andererseits kommt es dadurch in Richtung Mariahilf-Kirche sowie ostseitig zu einer Platzbildung. Die konkave Form der Fassade in Richtung Grünfläche bzw. Inn wirkt wie eine beschützende Fassung für den dortigen Spielplatz.

Siegerprojekt beim Architektur-Wettbewerb

Auszug aus dem Jury-Protokoll:
Das Projekt besticht durch eine geschickte städtebauliche Haltung, welche einen monolithischen Baukörper derart am Grundstück positioniert, dass eine Abfolge von zwei klar lesbaren Plätzen entsteht. Dies gelingt insbesondere durch sensibel komponierte Knicke des Körpers, die durch, zu im Umfeld vorhandenen Fassaden parallel orientierte Wände, Bezüge zur historischen Bebauung herstellen. Einerseits entsteht eine Aufweitung der Mariahilfstraße zu einem urbanen Platz mit guter Proportionierung, andererseits ein dreiseitig formulierter offener Freiraum mit Orientierung zum Grünraum. An der Schnittstelle dazwischen entsteht eine stadträumliche Portalsituation mit der nordöstlichen Gebäudeecke als Pendant zur Kante der historischen Bebauung. Geschickt nimmt die Ostfassade die Flucht des Dr. Sigismund Epp Weges auf, spannungsreiche räumliche Wechsel zwischen den öffentlichen Plätzen und ihren Sichtbeziehungen sind zu erwarten. West- und Nordfassade sind hingegen an der westlichen Nachbarbebauung und der Mariahilf-Kirche orientiert.
Der Spielplatz in Richtung Flussufer ist klar gefasst und lässt eine gute Bespielbarkeit erwarten.
Aus der Fernsicht betrachtet fügt sich die Südansicht ruhig ins historische Bebauungsbild ein, vom gegenüberliegenden Ufer aus verdeckt das Gebäude den Portikus der Kirche, belässt jedoch die Kuppel zur Gänze unverstellt.

Projektübersicht